Heikles Thema…

Ich weiss gar nicht mehr, wie ich überhaupt auf dieses Blog-Thema gekommen bin.

Aber wenn ich mich recht erinnere, sind wir in gemütlicher Runde zusammengesessen und haben am Anfang der Diskussion über die Treue in der Partnerschaft diskutiert.

Was bedeutet Treue? Ist da „nur“ die körperliche Treue gemeint – oder ist es auch möglich seelisch betrogen zu werden?
Was ist schlimmer?

Wie geht man damit um, wenn der Partner intime Dinge anderen erzählt oder einem sexuell betrügt?

Was ist der Grund, das so etwas geschieht – und bedeutet es das Ende der Beziehung, weil das Vertrauen so zerstört wurde, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist (…man die Beziehung gar nicht mehr retten will)?

In diesem Kontext haben wir haben über Werte und Loyalität, über Wertschätzung – und vor allem über Aufrichtigkeit geredet.

Ja… – das Gespräch wurde immer tiefgründiger und die Leichtigkeit und der Schalk, der am Anfang noch vorhanden war, wich immer mehr Tiefgang.

Als dann jemand in die Runde fragte, ob man denn wissen wolle, wenn einem der Partner betrügt – egal ob seelisch oder körperlich, da wurde es sehr ruhig…

…bis dann die Diskussion wieder Fahrt aufnahm, weil einer meinte, dass er ALLES und Immer wissen möchte – egal wie die Wahrheit aussieht, denn er hasse Lügen.

Daraufhin wurde er folgendes gefragt:

Was wäre, wenn ihm jemand exakt sagen könnte, wann und wie er stirbt?

Meine Gedanken dazu:

Ich bin 68 Jahre alt – und ich denke es ist in diesem Alter normal, dass man sich über die Endlichkeit des Lebens Gedanken macht.

Und da man nicht weiss, wann das eigene Todesdatum ist, sollte man sein Leben bewusst(er) geniessen und sich nicht durch schlechte Laune anderer, oder die vielen negativen Berichterstattungen der Medien (Annie hat hier einen Blog geschrieben, was man dagegen tun kann) runterziehen lassen.

Wie viele Menschen haben Dich in Deinem Leben begleitet?
Wer befindet sich noch in Deinem Lebenszug – und wer ist bereits ausgestiegen?

Welche dieser Begegnungen haben Dich geprägt (im Guten und im Schlechten, denn beides bietet Chancen)?

Und aus meiner Sicht ganz wichtig: warum bist Du heute da, wo Du bist?
Und die Frage an Dich selbst: bin ich glücklich – bin ich „angekommen„?

In meiner Zeit als Projekt- und Online-Marketingstratege (ja sowas gibt es… smile) gab es einen Satz der da hiess: es ist besser nicht erfolgreich zu sein und zu wissen warum – als umgekehrt.

Ich baue diese Aussage neu und sage, es ist besser unzufrieden zu sein und zu wissen warum – als umgekehrt.

Denn nur wenn wir die Ursache unsere Unzufriedenheit kennen, haben wir die Chance es zu ändern – und die Zeit, die uns auf dieser Erde bleibt zu geniessen.

Oder wie siehst Du das?

Epilog:

Ich bin Dir noch eine Antwort schuldig: auch der wahrheitsliebende Diskussionsteilnehmer in unserer Runde hat dann doch gemeint, dass er sein Todesdatum lieber nicht wissen wolle.

Verständlich, wer stellt sich schon solch einem Countdown – Du?