Was stellen Sie sich vor, wenn Sie den Titel lesen? Eine Stadt aus Baumwolle? Ein Stadtbaum, der von Wolle umstrickt wird?? Guerilla -Stricken? Der Titel lässt viele Möglichkeiten offen – und steht für etwas ganz anderes.
Letzte Woche fand in Basel ein Projekt mit dem Titel „Stadt-Baum-Wolle“ statt. Dabei ging es darum, Wolle mit Bestandteilen von Bäumen aus der Stadt zu färben, und zwar so, dass man weiss, welche Wolle mit welchem Baum gefärbt wurde.
Zusammen mit der Stadtgärtnerei Basel haben drei ausgesprochen kreative Frauen dieses Projekt durchgeführt.
Mich hat’s besonders berührt, weil ich als junge Frau im Rahmen des Kernfachs Chemie viel über Wolle färben gelernt und dann auch in Südfrankreich in einem Lager habe umsetzen dürfen. Seither tat ich das zwar nie mehr, aber ich habe immer noch lebhafte Bilder von den grossen Kupferkesseln und auch von der Wasserknappheit, die damals herrschte. Etwas, das wir hier noch nicht kannten und dort sehr präsent war. Wir fuhren jeweils ins Dorf und plantschten im Brunnen herum, statt auf dem Hof zu duschen.
Mich hat es nachhaltig beeindruckt und seither bin ich sorgsam und sparsam mit Wasser umgegangen.
Leider war es mir nicht möglich, unter der Woche die drei Frauen bei der Arbeit zu besuchen, da ich eine volle Sprechstunde hatte. Aber ich konnte am Samstag die Resultate bestaunen gehen. Wie viele verschiedene Gelb–, Beige–, Ocker– und Senftöne sind da entstanden! Und zu jedem Knäuel gab es einen Zettel, von welchem Baum das Färbemittel stammte.
So schön, wie die Stadtgärtnerei für solche Projekte offen ist und aktiv mitmacht.
Zusammen mit der Wolle, die man mitnehmen durfte, kam die Auflage, etwas daraus zu Stricken und zu fotografieren und das Foto an Marian Schneider von www.kunstspielen.ch zu mailen.
Zudem gab es ein Anleitungsblatt, um Stulpen oder «Mittli», (das sind Pulswärmer für NichtbernerInnen), für Obdachlose und Bedürftige zu stricken und diese an die Organisation «Schwarzer Peter» oder an die «frauenOase» zu schicken.
So gute Ideen. Und damit schliesst sich der Kreislauf.
Zudem war ich zum ersten Mal im Wettsteinhäuschen – bin eben noch keine «richtige» Baslerin, die alles kennt.
Das ist ein ganz besonderer Ort, an dem Vieles entstehen kann. Für mich war es sehr schön, das zusammen mit einer Freundin erleben zu können.
Danke, Daniela!
Ich habe noch nicht entschieden, was ich mit meiner Wolle mache, es wird mir schon was einfallen.
Es gibt so viele spannende Projekte ganz in unserer Nähe. Was gibt es bei Ihnen im Quartier oder im Dorf?
Wenn es etwas gibt, dann schlag ich Ihnen vor, dass Sie da hingehen und das unterstützen.
Einfach nur, weil es schön ist, dass jemand solche Sachen überhaupt auf die Beine stellt.
Und wer weiss, vielleicht kommen Sie dort auf ganz neue Ideen!