Wie haben Sie es mit den kleinen Freuden im Alltag? Gönnen Sie sich welche? Schenken Sie sich welche?

Bekanntlich besteht der Alltag aus vielen kleinen aneinandergereihten Begebenheiten. Nur zu oft spulen wir die ab, sind im besten Fall am Abend zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, im schlechtesten Fall fühlen wir uns unzulänglich, weil es aus irgendeinem Grund zu wenig war.

Was dabei oft verloren geht, sind die kleinen Freuden. Für mich sind das kleine Lichtfunken, kleine Sternstunden, die einen normalen Alltag zu einem besonderen Tag machen können. Natürlich ist es schön, wenn diese besonderen Momente oder Begebenheiten uns von anderen geschenkt werden. Darauf verlassen kann man sich aber nicht, es kann ja sein, dass das heute gerade niemandem in den Sinn kommt.

Also, was kann ich selbst tun, um mir heute eine kleine Freude zu machen? Selbstverständlich darf es auch eine grosse Freude sein, das sei Ihnen unbenommen. Aber ich finde kleine schon ganz viel wert. Und? Was wäre für Sie eine kleine Freude? Wenn Sie mögen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit zum darüber nachdenken, bevor Sie weiterlesen.

Was kam Ihnen in den Sinn? Eine Menge unterschiedlicher Dinge, die Ihnen Freude machen würden? Oder, oh Schreck, gar nichts? Im ersten Fall haben Sie es einfach, Sie können einfach etwas von dem, was Ihnen in den Sinn kam, machen oder sich schenken. Vielleicht ist das eine Tasse Tee vor einer angezündeten Kerze, vielleicht ist es ein Kapitel im Buch lesen, das gerade so spannend ist und dafür muss das Staubsaugen etwas warten. Vielleicht verbringen Sie 10 Minuten mit entspanntem Nichtstun auf dem Sofa, alles andere wartet ja bekanntlich (meist) geduldig.

Und wenn Ihnen nichts in den Sinn kam? Warum wohl? Suchen Sie nach zu grossen Dingen? Natürlich ist eine Reise nach Hawaii wunderbar, nur können sich die wenigsten das einfach so und sofort leisten. Vielleicht müssen Sie also nach kleineren, auf den ersten Blick vielleicht unscheinbaren Dingen Ausschau halten.

Oder haben Sie das Gefühl, dass Sie sich erst eine Freude gönnen dürfen, wenn Sie alles erledigt haben? Wenn Sie es «sich verdient» haben? Das ist keine seltene Einstellung, lebensfreundlich ist sie aus meiner Sicht nicht. Denn sogar an dem Tag, an dem wir sterben, haben wir aus Menschensicht vielleicht noch nicht alles erledigt, was wir erledigen sollten. Aus Seelensicht aber schon, mit dem Tod ist alles erfüllt.

Könnte sein, dass Sie mit sich etwas liebevoller umgehen dürften? Und bewusst kleine Freuden in den Alltag einbauen? D.h. ja nicht, dass Sie nicht trotzdem alles erledigen dürfen, was Sie meinen erledigen zu müssen.

Selbst versuche ich, mir nach Möglichkeit täglich eine kleine Freude zu machen, oder auch mehrere. Für alles andere ist das Leben einfach zu kurz!

In diesem Sinne ermuntere ich Sie, mit sich selbst liebevoll umzugehen und sich etwas zuliebe zu tun. Heute und an jedem Tag.