«Wann machst Du das alles?»

Gibt es das auch, Fragen, die Sie über die Jahre immer wieder gestellt bekommen? Und die sich vielleicht nicht umfassend in einem Satz beantworten lassen?

Bei mir ist eine davon die Frage: «Wann machst du das alles?» Oder auch: «Wie machst du das alles?»

Es gibt immer wieder Menschen, die sich darüber wundern, wie ich meine vielen kleinen und grossen Projekte und Vorhaben hinkriege. Denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden, einen Teil davon arbeite ich, und auch ich brauche Schlaf. Zugegeben, als die Kinder klein waren, habe ich zu oft viel zu wenig geschlafen. Das ist aber jetzt nicht mehr der Fall. Zudem steht mir wahrscheinlich ein eher hohes Mass an Energie zur Verfügung, das ist mir in die Wiege gelegt worden und dafür kann ich nichts, es ist nicht mein Verdienst.

Trotzdem, wenn die Frage anders formuliert würde, z.B.: «Was machst du nicht, damit das andere alles Platz hat?», dann gäbe es vielleicht genauere Antworten.

Und es gibt tatsächlich einiges, dass ich nicht tue. Zum Beispiel fernsehen. So habe ich in diesem Jahr kein einziges Mal ferngesehen. Nicht weil ich es grundsätzlich blöd finde oder gar verachte. Ich weiss sehr wohl, dass es sehr gut gemachte und anregende Programme gibt. Ja, klar, es gibt auch den Rest, aber es gibt wirklich auch gute, gehaltvolle Sendungen. Da ich jedoch das Fernsehprogramm gar nicht erst anschaue, geht das völlig an mir vorbei. Es interessiert mich schlicht zu wenig. Dabei liebe ich Filme, keine Frage. Aber wahrscheinlich liebe ich anderes mehr. Ich denke, mir ist fernsehen einfach zu passiv und zu berieselnd. Lesen ist da eine viel aktivere Tätigkeit, obwohl ich genauso still sitze. Mein Geist wird vom Text, den hervorgerufenen Bildern und der Geschichte viel mehr gefesselt als von «fremden» Bildern, die ich unter Umständen nicht gut wieder loswerde.

Was ich auch nicht mache, ist Zeit zu verbringen mit Menschen, die mir nicht gut tun. Wozu? Ich bin niemandem etwas schuldig.

Es gibt so viele interessante Menschen, mit denen ich sehr gern Zeit verbringe. Weshalb sie an den anderen verschwenden? Nicht dass die Menschen, die mir nicht gut tun, schlecht oder böse wären. Wir passen nur nicht zueinander. Jedenfalls nicht in meiner Wahrnehmung, und das ist die, die für mich zählt.

Ich surfe auch sehr wenig planlos herum, verbringe nicht Stunden damit, von YouTube Video zu YouTube Video zu klicken. Es gäbe Vieles, was ich mir gerne ansehen würde, aber es hat keine Priorität. D.h., ich wähle sehr bewusst, wofür ich meine Energie und meine beschränkte Zeit einsetze.

Was ich wenig tue, ist Zeit mit Shoppen und in der Stadt bummeln verbringen. Auch das etwas, dass ich grundsätzlich sehr gerne mache, aber es ist mir weniger wichtig als andere Dinge. Also widme ich mich den anderen Dingen, die mir wichtiger sind und die ich als kreativer erlebe.

Ich glaube ein wichtiger Punkt ist, dass ich mich sehr begeistern kann für eine Idee und da ist dann auch meist die Energie und der Wille da, diese weiter zu spinnen und umzusetzen. Denn: wenn ich keine Lust habe, mich eine Idee nicht packt, dann mache ich auch nicht viel (wenn überhaupt etwas) und es entsteht nichts.

Was antwortet man auf diese wiederkehrenden Fragen?
Eine meiner Antworten ist: «Ich mache es dann, wenn ich die anderen Dinge nicht mache.»

Dieser Satz ist kurz und bündig und stimmt, ist aber nur ein Teil der Antwort.
Wenn jemand mehr wissen will, dann darf er oder sie gerne nachfragen.
Den meisten reicht er…