Glauben Sie an Zufälle? Ich nicht. Allenfalls fällt mir etwas zu. Ich glaube an Synchronizität. Ein Beispiel?
Gestern hörte ich ein Interview mit Neale Donald Walsch, der Mann, der „Gespräche mit Gott“ und viele andere Bücher geschrieben hat. Er erzählte darin eine schöne Geschichte, die ihm widerfahren war. Dabei ging es darum, dass er den Menschen leben wollte, den er ist. Mit dieser Absicht ging er aus dem Haus um einzukaufen, und von dort an nahm die Geschichte ihren Lauf.
Heute morgen (Sonntag), als ich mit meinem Hund spazieren war, trafen wir weit weg von allen Häusern, zwischen den Ackerflächen, auf eine sehr magere Katze, die zutraulich war und sehr gesprächig. Sie liess sich streicheln und war begeistert von der einen Sorte Hunde-Leckerli, die ich dabei hatte. Die andere Sorte fand sie nicht so gut und überliess die meinem Hund. Ich versuchte, sie zu locken, dass sie mit uns mitlief. Das tat sie aber nicht, miaute weiterhin lautstark und kam immer wieder, um gestreichelt zu werden. Sie war keine säugende Katze, das war klar, so dass ich nicht irgendwelche Jungkatzen suchen musste. Aber da oben gehörte sie definitiv auch nicht hin. Zudem meine ich, sie auf einer Vermisst-Anzeige im Quartier gesehen zu haben, sie hat eine ganz besondere Zeichnung im Gesicht. Ich nahm sie mal auf den Arm und siehe da, sie liess sich das durchaus gefallen. Das ist ja nicht selbstverständlich. Ich lief ein paar Meter weiter und schaute, ob sie uns nicht doch folgte. Nein, tat sie nicht. Was tun? Tja, und das bin dann eben ich. Also ging ich die paar Meter zurück und trug ich sie anschliessend zu mir nach Hause. Das war etwa eine halbe Stunde Weg, den wir mit Unterbrüchen hinter uns brachten. Sie wollte immer wieder mal auf den Boden, blieb aber dann bei uns stehen und liess sich wieder auf den Arm nehmen. Und sie schnurrte die ganze Zeit.
Zu Hause stürzte sie sich auf das hingestellte Futter und danach auf den Wassernapf. Meine 3 Katzen benahmen sich sehr gut, die Fremde fand die Situation etwas stressig und fauchte. Immerhin, es gab keinen Katzenstreit. Da sie weder verletzt war noch wirklich krank wirkte, war das kein Notfall. Somit beschloss ich, sie morgen früh vor meiner Sprechstunde zum Tierarzt zu bringen, um den Chip, den ich zu tasten meine, abzulesen. Natürlich habe ich auch auf der Website der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) nachgeschaut, aber da wurde sie nicht gesucht. Und ja, klar, ich habe dann eine „Gefunden-Anzeige“ aufgegeben und im Quartier Plakate aufgehängt.
War das jetzt ein Zufall, dass ich diese Katze fand? Oder sie mich? Kann man so sehen. Für mich war es eine Gelegenheit, die zu sein, die ich bin. Nicht, weil ich das Gefühl habe, das sei besonders edel und ich deswegen ein besonders guter Mensch. Sondern einfach, weil ich so bin. Nicht, dass das irgendwen, der mich besser kennt, gewundert hätte.
Meine Kinder, die zum Brunch kam, haben nur mit den Augen gerollt: Mamma, halt.
Diese Findelkatze gab mir heute die Gelegenheit, die zu sein, die ich bin. Dass ich darüber in dieser Weise nachgedacht habe, hat mit dem Interview von gestern zu tun. Synchronizität eben.
Wissen Sie, wer Sie sind? Ich hoffe es, und ich hoffe, Sie bekommen immer wieder Gelegenheiten, das zu Leben.
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Wenn Sie das Interview mit Neale Donald Walsch (in englischer Sprache) sehen möchten, so finden Sie das auf YouTube: Interview mit Neale Donald Walsh