Vorsätze – nur etwas fürs neue Jahr?

Haben Sie sich auch schon mal Vorsätze gefasst? Vielleicht die typischen Neujahrsvorsätze wie: mehr Sport machen, weniger Alkohol trinken, weniger Bildschirmzeit? Und… Was ist danach daraus geworden? Wir wissen, dass die guten Vorsätze oft in den ersten Januartagen oder Wochen versanden.

Aber auch wenn aus vielen Neujahrsvorsätzen nichts wird, sind sie vielleicht auch zu etwas gut?

Ende Jahr ist es an vielen Orten der Welt Brauch, sich Vorsätze fürs neue Jahr zu fassen. Dabei könnte man das ja eigentlich jeden Tag machen, sich einen Vorsatz nehmen für das Jahr, zum Beispiel vom 13. März an bis zum 12. März des nächsten Jahres.

Trotzdem, es hat wahrscheinlich eine tiefere Bewandtnis, dass man das eher Ende Jahr macht. Die – auf der nördlichen Seite der Erdkugel – eher dunklen Tage, das sich Zurückziehen der Natur, das es sich eher in der Wohnung gemütlich machen als draussen, das alles macht auch Sinn. Die Natur geht in die Regenerationspause, damit sie nachher wieder Kraft hat im Frühling zu erblühen.

In unserer Ganzjahres-Gesellschaft ist das leider etwas verloren gegangen, das zyklische Leben.
Dabei ist es etwas Sinnvolles, das Leben nach Rhythmen und Zyklen der Natur. Nichts kann nur wachsen, nur blühen, es braucht auch den Rückzug. Ein eindrückliches Beispiel ist jedes Jahr der Bärlauch, der im Frühjahr grossflächig sichtbar ist und ein paar Wochen später fast nicht mehr.

In die winterliche Ruhephase hinein passt, sich Ende Jahr zurück zu besinnen aufs vergangene Jahr: Was war im letzten Jahr gut? Was vielleicht weniger? Was davon möchte ich ins neue Jahr übernehmen? 

Was möchte ich im alten verabschieden und zurücklassen? Es gibt viele verschiedene Rituale rund um die Raunächte, die sich damit befassen. „Tante Google“ bietet ein umfassendes Angebot, darunter gibt es sehr spannende und ansprechende Ideen.

Aber vielleicht braucht es auch gar nicht ein ausgedehntes Ritual über mehrere Tage, das liegt nicht allen. Deshalb mache ich Ihnen einen alternativen Vorschlag:

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, Papier und etwas zum Schreiben. Sie können entweder 2 verschiedene Blätter für die beiden Aufgaben nehmen, oder Sie unterteilen ein Blatt in zwei Hälften.

Nun kommen Sie einen Moment zur Ruhe und stellen Sie sich dann die 1. Frage: Was möchte ich im alten Jahr zurücklassen?

Hier ein paar Vorschläge zur Anregung: Meine Selbstkritik; meine Scheidung; die Angst nicht geliebt zu werden; mein suchtartiges Verhalten, wenn es um Süssigkeiten geht; meine Einsamkeit

Wenn Sie das aufgeschrieben haben, kommt die 2. Frage: Was lade ich in mein Leben ein im neuen Jahr?

Hier ein paar Vorschläge zur Anregung: Mehr Begegnungen mit echten Menschen; Spaziergänge in der Natur; liebevoller Umgang mit mir selbst; Frieden; täglich lachen.

Vielleicht möchten Sie diese Doppelliste irgendwo aufhängen? Das kann Sie dabei unterstützen sich in den kommenden zwölf Monaten daran zu erinnern, was Sie eigentlich wollten und was nicht mehr. Und sollte jemand die Listen hängen sehen und Sie darauf ansprechen, ergibt sich vielleicht gar ein spannender Austausch über Vorsätze!