Träumen Sie noch? 

Ich meine nicht nachts im Schlaf, ich meine die wachen Träume von dem, was Sie gerne tun würden oder können möchten. Ich hoffe es!

Gestern kamen wir beim Aperitif mit zwei Damen ins Gespräch. Also eigentlich war es umgekehrt, es passierte das, was wir hier täglich erleben: wir unterhalten uns auf Berndeutsch und dann fragen die Tischnachbarn früher oder später: „Entschuldigung, sind Sie aus der Schweiz?“ Und damit beginnt meist ein Gespräch. Die beiden Damen gestern waren wohl Freundinnen, so zwischen 60 und 70, auch hier in den Ferien. Es ging um Sprachen und als die eine bekundete, sie könne auch Französisch, wurde spasseshalber kurz französisch parliert. Zugegeben, ihr Französisch war etwas rostig. Sie sagte dann auch selber: „Ach, wenn ich mich einen ganzen Monat in Frankreich aufhalten würde, dann könnte ich wieder fliessend sprechen.“

Klar, dass ich danach fragte, was sie denn an diesem Vorhaben hindern würde. Das Geld dürfte es nicht gewesen sein, sie wirkte recht wohlhabend, aber ich schlug ihr trotzdem „workaway“* vor als Möglichkeit, sich kostengünstig in Land und Leute einzuleben.

„Ach, dazu bin ich zu alt“ meinte sie nur. Und wechselte das Thema.

Mich hat das im Anschluss noch eine Weile beschäftigt, wie jemand sich nicht mal mehr das Träumen erlaubt. Nicht mal das „Herumspintisieren“ darf sein, als Ausrede dient „ich bin zu alt“. Schade! So viele verpasste Gelegenheiten, Spass zu haben an den eigenen „verrückten“ Ideen, und allenfalls tatsächlich etwas Aussergewöhnliches zu unternehmen und zu erleben.

Über sich hinaus zu wachsen, etwas zu wagen, das erhält uns jung und lebendig. Sehr treffend zusammengefasst im folgenden Satz:

„Ein Mensch ist dann alt, wenn das Bedauern den Platz der Träume eingenommen hat.“ (John Barrymore, 1932-2004).

Ich hoffe sehr, Sie träumen noch, egal welches Alter sie haben!

 Falls Sie eine Anregung zum Träumen haben möchten, dann empfehle ich Ihnen diesen „musikalischen Sonnenstrahl“: Träumen + Fantasie = Leben

 *Workaway.info ist eine Vermittlungs-Plattform. Gegen Kost und Logis „arbeitet“ man ca 5 Stunden pro Tag und lernt nebenbei Land und Sprache kennen. Da kein Geld fliesst, braucht es auch keine Arbeitsbewilligungen.