Haben Sie schon darüber nachgedacht, welche Spuren Sie in Ihrem Leben hinterlassen? Ich meine jetzt nicht nur den CO2 – Fussabdruck, sondern auch andere.
Das Thema ist naheliegend, da ich gerade Ferien auf einer Nordsee–Insel mache. Dort gibt es jeden Tag neue Spuren von vielen Menschen und Hunden. Es gibt auch Spuren vom Meer, denn bei Flut werden die gelegten Spuren verwischt und Muscheln, Austernschalen, Algen und anderes mehr gestalten den Strand wieder neu. Nichts davon ist also dauerhaft. Je nach Sichtweise kann das auch beruhigend sein: jeden Tag ist der Strand wie neu, ein unbeschriebenes Blatt. Bis die ersten Füsse, entweder in Schuhen oder barfuss, ihre Spuren hinterlassen.
Nebst den Fussspuren gibt es auch andere, so dieses Kunstwerk aus Holzstecken (s.o.), das ich auf der Wattseite entdeckt hatte. Auch das ist vergänglich, aber hält vielleicht den Elementen etwas länger Stand als Fussspuren.
Und was ist mit den anderen Spuren, die, welche wir durch unser Wirken legen? Denn alles, was wir tun, hat ja auf irgendeine Art Folgen. Die einen Folgen sind grösser, die anderen kleiner, wobei manchmal nicht abzusehen ist, wie gross eine Folge wirklich sein wird.
Es gibt Menschen, die schon ganz früh wissen, welche Spuren sie hinterlassen wollen, seien das nun künstlerischer, humanitärer oder anderer Art.
Andere wiederum überlegen sich erst in nicht mehr ganz jugendlichem Alter, was für Spuren sie allenfalls schon gelegt haben oder noch legen möchten.
Dabei muss es sich ja nicht um ein Jahrhunderte überdauerndes Kunstwerk handeln, wie zum Beispiel bei Michelangelo. Jedes Lächeln, das ich jemandem schenke, ist auch eine Spur. Zugegeben, eine ganz kleine. Aber wer sagt denn, dass grosse Spuren mehr wert sind als kleine? Vielleicht erinnert sich später jemand dankbar daran, wie Sie ihm geholfen haben, ein Fenster zu putzen, als er gerade nicht in der Lage war, das selbst zu tun. Auch diese liebevolle Geste ist eine Spur. Oder Sie finden einen Schlüsselbund und bringen den zur Polizei, welche ihn der Besitzerin aushändigt. Auch wenn Sie nie miteinander bekannt werden, ist diese Frau sicher froh, dass sich jemand die Mühe genommen hatte, ihren Schlüsselbund abzugeben. Oder Sie gehen einmal pro Woche ins Tierheim und führen nicht vermittelbare Hunde eine Stunde spazieren. Auch das ist eine Spur.
Ich lade Sie ein, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, welche Spuren Sie schon hinterlassen haben und noch hinterlassen möchten. Wer weiss, vielleicht entsteht eine ganz neue Idee, was Sie machen könnten!