Giraffinnen-Treffen! 

Gestern hatten wir Giraffinnen-Treffen. So nenne ich eine meiner Frauengruppen, da wir uns vor mittlerweile 18 Jahren an einer Weiterbildung in gewaltfreier Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg kennenlernten. (In der GFK wird von Giraffen– und Wolfssprache geredet, deswegen meine Assoziation.) Damals waren wir für ein halbes Jahr eine Lerngruppe. Da wir uns so gut verstanden, beschlossen wir, uns weiterhin ein paar Mal pro Jahr zu treffen und auszutauschen. Und wir sind richtig stolz darauf, dass wir es immer geschafft haben, Termine zu finden, die uns allen dreien passen. Es war und ist uns wichtig genug, dass wir es möglich machen. Wir treffen uns meist zu Hause im Turnus. So reisen alle gleich viel, da wir in Zürich, der Innerschweiz und in Basel zu Hause sind.

Über all die Jahre haben wir uns durch verschiedene Hochs und Tiefs im Leben begleitet, waren Zeuginnen von unterschiedlichen Lebensläufen, haben Erfolge, Zertifikatsabschlüsse und andere Feste gefeiert, Verluste betrauert, Tipps und Anregungen ausgetauscht, viel gelacht, aber uns auch gegenseitig gecoacht. Und mittlerweile sehr viele Buchtipps ausgetauscht.

Ich bin in der glücklichen Lage mittlerweile bei 4 ähnlich funktionierenden Gruppen dazuzugehören. Alle sind entweder durch gemeinsame Weiterbildungen oder Zusammenarbeit in irgendeiner Form entstanden. Dass es ausschliesslich Frauen sind, ist keine Absicht, das hat sich so ergeben.

Unter anderem auch, weil deutlich mehr Frauen in diesen Weiterbildungen waren.

Es wäre sicherlich eine etwas andere Dynamik in unseren Treffen, wenn Männer dabei wären. Anders, nicht schlechter oder besser, nur anders.

Obwohl es durchaus mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, diese Treffen möglich zu machen, möchte ich sie auf keinen Fall missen. Diese Frauen kennen mich, ich darf so sein, wie ich bin, und sagen, was ich will und wie ich will, ohne mir darüber Gedanken zu machen, dass das nicht ok wäre. Sie begleiten mich durchs Leben. Zusammen bringen wir ganz schön viel «Schwarmintelligenz» zusammen, mit der wir bei Problemen oder Schwierigkeiten im Leben der einen oder anderen wertvolle Inputs einbringen können. Und es wird sehr, sehr viel gelacht!

Nur damit es gesagt ist: selbstverständlich habe ich auch männliche Freunde, mit denen ich tiefe Gespräche führe und das sehr schätze, und gelacht wird auch. Eine gemischte Gruppe wäre spannend, da wäre ich dabei. Und gleichzeitig finde ich getrennte Gruppen auch wichtig. Ich kenne leider nur wenige Männer, die das leben, Männertreffen, bei der über Persönliches offen geredet wird. Schade, denn das bereichert das Leben so sehr. Das bestätigen mir diese wenigen auch, die es wagen. Denn ja, zumindest zu Beginn braucht es etwas Mut, sich offen und verletzlich zu zeigen. Na, und?

Wie sieht das in Ihrem Leben aus? Haben Sie eine Gruppe, bei der Sie sich zugehörig fühlen? Falls ja: das freut mich für Sie. Falls nein: wie wäre es, eine zu gründen? Jemand muss ja den Anfang machen. Das könnten ja Sie sein!