Lassen Sie sich gern fotografieren? So richtig mit posen? Wenn ja, sind Sie wahrscheinlich ziemlich jung und gehören zu der TikTok – Community. Ich bin weder noch und habe das noch nie gern gemacht. Aber: man kann auch dabei sehr gute Erfahrungen machen.
Vor einigen Wochen hatten wir mit dem Musik-Ensemble, in dem ich schon seit Jahren spiele (www.kreuz-fidel.ch), ein Fotoshooting. Das war dringend nötig, da unsere Fotos schon ein paar Jahre alt waren und die Zusammensetzung der Gruppe sich leicht verändert hatte. Es war ein sonniger, aber kühler Tag, was Vor- und Nachteile hatte. Ich habe viel gelernt von unserem Fotografen, Andreas Trächslin. Ein Besuch seiner Website www.fototraechslin.ch lohnt sich allemal, er macht einzigartige, wunderbare Tierfotos.
Ich hatte gedacht «Sonne = sehr gut». Aber da wir im nahegelegenen Wäldchen das Shooting durchführten, gab es das Problem mit den Sonnenflecken, die durch die noch nicht begrünten Bäume auf die Gesichter fielen. So mussten wir manchmal ein bisschen nach rechts, ein bisschen nach links, ein bisschen zurückstehen, damit es eben keine Sonnenflecken gab. Er machte sowohl ein Gruppenfoto wie Einzelportraits. Und natürlich hatten wir viel Spass, wenn jemand anderes gerade vor der Linse stand. Zum Glück ist Andreas ein angenehmer, ruhiger Fotograf, denn mit nur wenigen Worten oder Gesten zeigt, was man tun soll oder gerade eben nicht. Keiner, der wie ein Kasper herum hüpft und entweder künstliche Freude versprüht, oder herum hetzt. Da ich ihn schon von meinem persönlichen Shooting kannte, wusste ich, dass es angenehm werden würde. Wir sind mit den entstandenen Bildern sehr zufrieden!
Ich habe mir überlegt, wieso es mir nie Spass gemacht hat, mich so in Szene zu setzen. Sicher auch, weil ich immer den Eindruck hatte, nicht besonders fotogen zu sein, mich mit der Kamera gut zu „erwischen“, ist gar nicht so einfach. Da bewundere ich meine Schwiegertochter, die auf jedem Foto wunderbar strahlend aussieht. Selbst finde ich es schwierig, ganz natürlich in die Kamera zu lächeln, auch wenn ich den Menschen hinter dem Objektiv mag. Es wirkt doch rasch künstlich und steif. Mit einem Foto wird ein Moment festgehalten „für die Ewigkeit“. Dabei sind Momente flüchtig, Gesichtsausdrücke wechseln im Sekundentakt. Und dann ist da der Wunsch, dass das Foto mich möglichst authentisch erfasst, wenn es geht, mit allen Facetten. Dass das nicht möglich ist, weiss ich zwar, aber der Wunsch ist trotzdem da.
Vielleicht wäre es anders, wenn ich jetzt 15 Jahre alt wäre und mit Instagram und TikTok aufgewachsen wäre, wenn Selfies machen zum Alltag gehörte und posieren ein gemeinsames Vergnügen mit Freundinnen wäre. Vielleicht fände ich es trotzdem immer noch nicht angenehm. Nicht alle jungen Menschen sind geborene Models.
Eine echte Poserin werde ich wohl nie. Zum Glück braucht es das gar nicht, wenn man einen so guten Fotografen wie Andreas hat. Und wenn Sie sich gerne ablichten lassen: um so besser für Sie!