Ihr Körper kann Ihnen den Weg zeigen!

Haben Sie gewusst, dass uns Menschen das Entscheiden ziemlich viel Energie abverlangt? Dazu gibt es spannende Studien, die zeigen, dass Entscheiden anstrengend ist. Vielleicht kennen Sie das ja auch aus Ihrem eigenen Leben: Sie hatten zwei oder drei Möglichkeiten und fanden es überaus anspruchsvoll, die für Sie passende zu wählen.

Tagtäglich müssen wir uns unzählige Male entscheiden, vieles davon geschieht fast oder ganz unbewusst. Es wird geschätzt, dass, wenn sowohl bewusste wie unbewusste Entscheidungen zusammengenommen werden, ein erwachsener Mensch an die 35‘000 Stück pro Tag fällt! Ganz schön viel, nicht? Und dass das auch anstrengend sein kann, weiss jeder, der vor dem Joghurtregal gestanden ist und sich gewundert hat, ob das nun wirklich hilfreich ist, aus so vielen Sorten auswählen zu können, ja, zu müssen!

Tatsächlich wissen wir, dass Menschen eher wählen, wenn die Anzahl der Möglichkeiten geringer ist. Bei zu vielen Möglichkeiten geben viele einfach auf und wählen gar nichts.

Und, wie machen Sie das nun, entscheiden? Sie können ja, wenn es um etwas mehr als Joghurt geht, plus–minus-Listen erstellen, Sie können Mindmaps zeichnen, Sie können alle Ihre Freundinnen fragen, die dann wahrscheinlich unterschiedliche Antworten geben, und vielleicht sind Sie dann etwas schlauer. Vielleicht aber noch nicht schlau genug, um ruhig wählen zu können. Ich habe hier einen Tipp für Sie, der sich in meiner Praxis als hilfreich erwiesen hat.

Entscheidungshilfe:

Nehmen wir an, Sie haben drei mögliche Wege, die Sie in Bezug auf Ihr Leben oder auch auf ein Projekt gehen könnten. Nennen wir sie der Einfachheit halber „A“, „B“ & „C“. Aber trotz viel Nachdenken wissen Sie nicht, welches der beste Weg ist. Vielleicht haben Sie das Nachdenken darüber auch satt, es dreht sich alles im Kreis.

Dann nehmen Sie 3 Blätter Papier und schreiben auf eines „A“, auf eines „B“ und auf eines „C“. Auf der Rückseite darf der Buchstabe nicht durchscheinen!

Nun drehen Sie die Blätter so um, dass Sie die Schrift nicht sehen und mischen Sie sie so lange, bis Sie nicht mehr wissen, wo welches Blatt ist. Dann legen Sie die Blätter auf den Boden, ca. 1 m oder mehr auseinander, die Schrift nach unten.

  1. Stellen Sie sich vor ein Blatt hin, nehmen Sie 3 tiefe Atemzüge und versuchen Sie, innerlich so ruhig wie möglich zu werden. Dann stellen Sie sich barfuss oder in Socken auf das Papier, das vor Ihnen liegt. Machen Sie die Augen zu und fühlen Sie 2-3 Minuten in sich hinein. Was spüren Sie? Ist es Freude? Oder Unwohlsein? Ist es Leichtigkeit? Oder Traurigkeit? Schwere? Übelkeit? Den Wunsch wegzurennen? Wohlige Entspannung? Oder, oder, oder, es kann alles Mögliche sein. Das, was Sie spüren, kann ganz fein, subtil sein, seien Sie also achtsam. Und wenn Sie können, lokalisieren Sie das Gefühl im Körper: Wo sitzt diese Freude? Wo spüre ich die Traurigkeit? Fühlt es sich auf diesem Blatt Papier generell gut an? Oder nicht?
  2. Dann verlassen Sie dieses Blatt und stellen sich wieder auf den Boden. Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge und neutralisieren Sie das eben Empfundene, stellen Sie sich sozusagen wieder auf „Null“.

Nun wiederholen Sie diese beiden Schritte für die anderen beiden Blätter. Sie werden erstaunt sein, wie verschieden es sich anfühlt! Wenn Sie unsicher sind, wo es Ihnen am wohlsten war, wiederholen Sie den Prozess für alle 3 Blätter nochmals, ohne diese vorher umzudrehen.

Wenn Sie wissen, wo es für Sie am stimmigsten war, dann drehen Sie das Blatt um. Dort, auf diesem Weg, hat sich Ihr Körper am wohlsten gefühlt. Mit diesem Wissen können Sie den Entscheidungsprozess, welchen Weg Sie einschlagen wollen, neu überdenken.

Ich wünsche Ihnen viele spannende Erkenntnisse!