Burnout – nicht mehr brennen
Burnout, das ausgebrannt sein, ist ein wichtiges Thema, nicht nur in meiner Arbeit in der Praxis, sondern generell in der Gesellschaft. Machen Sie doch einen kleinen Test mit den untenstehenden Fragen. Mögliche Antwortkategorien sind: ja – eher ja – eher nein – nein.
- Fühlen Sie sich innerlich leer?
- Wächst Ihnen der Arbeitsalltag über den Kopf?
- Haben Sie oft das Gefühl jede Pause, die Sie machen, sei verschwendete Zeit, die Ihnen dann am Ende des Arbeitstages fehlt?
- Fühlen Sie sich oft zu erschöpft für Freizeitaktivitäten?
- Brauchen Sie deutlich länger um vom Arbeitsalltag abzuschalten als früher? Oder geht es fast gar nicht mehr?
Falls Sie mehrere dieser Fragen mit „ja“ oder „eher ja“ beantwortet haben, könnte es sein, dass Sie in Gefahr sind, ein Burnout zu erleiden. Selbstverständlich ersetzen diese paar Fragen keine korrekte Diagnose und wie alle Selbsttests sind sie mit Vorsicht zu geniessen. Trotzdem: sollten Sie auf der „ja-Seite“ sein, empfehle ich Ihnen, das mit Ihrer Hausärztin zu besprechen. Denn: ein Burnout ist eine Krankheit und verdient und braucht eine Behandlung, es muss ernst genommen werden.
Ein paar Irrtümer, die immer wieder auftauchen: dass „die sich nur anstellen“, dass „wenn sie es richtig machen würden, das gar kein Thema“ wäre, dass sie sich „mehr anstrengen“ müssten. Und all das ist schlicht falsch! Es ist eher umgekehrt: die Menschen, die ein Burnout erleiden, haben sich zu lange zu sehr angestrengt und sind deshalb ausgebrannt. Vielleicht wurde ihre Arbeit zu wenig wertgeschätzt, vielleicht mussten sie während längerer Zeit zusätzlich für andere einspringen und hatten sowohl mehr Arbeit als auch weniger Erholtage, vielleicht ist die Arbeitslast gewachsen und kann von der bestehenden Belegschaft nicht bewältigt werden, vielleicht hat es in der Chefetage einen Wechsel gegeben und damit verbunden viel mehr Leistungsdruck, etc. etc. Sie sehen, es gibt sehr viele mögliche Gründe für ein Burnout.
Die Zeichen können unterschiedlich sein und am Anfang gar nicht so leicht zu bemerken.
Aber irgendwann kommt es zu Gereiztheit, das Abschalten geht (fast) nicht mehr, es kommt zu Schlafstörungen, es passieren mehr Fehler, die Kreativität lässt merkbar nach, körperliche Symptome wie vermehrtes Schwitzen, Herzklopfen, Zittern, innere Unruhe, chronische Kopf- oder Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Verdauungsstörungen, Schwindel, Übelkeit, bis zum kompletten Zusammenbruch.
Wie schon oben gesagt: ein Burnout gehört in professionelle Behandlung. Und eigentlich immer braucht es eine Krankschreibung, damit die betroffene Person etwas Distanz gewinnen und sich erholen kann. Mit ein paar Tagen ist es selten getan. Sie glauben gar nicht wie schwierig es manchmal ist, die Betroffenen davon zu überzeugen, dass das nötig und wichtig ist! Sie sind so sehr in ihrem Leistungs-Tunnel-Blick gefangen, dass sie die Notwendigkeit nicht sehen können.
Neben der Therapie kann die betroffene Person auch viel für sich selbst tun. Aber Achtung: sich nicht schon wieder überfordern!! Was immer, wirklich immer gut tut, ist täglich mindestens 30 Minuten draussen spazieren gehen. Egal ob die Lust dazu da ist oder nicht, egal welches Wetter gerade ist, einfach raus gehen. Dann sind eine gesunde Ernährung und allenfalls ein paar ausgewählte Nahrungsmittelergänzungen eine gute Idee. Und wenn wieder etwas mehr Energie da ist und die Erkenntnis, dass vielleicht ein paar grundlegende Lebenseinstellungen geändert werden dürfen, dann ist es vielleicht Zeit, sich meinen Online-Kurs „Mosaiksteine der Lebensfreude“ zu schenken. Die darin enthaltenen Tipps und Übungen ermöglichen es, besser für sich zu sorgen und nachhaltig anders durchs Leben zu gehen.
Trotzdem: kein Online-Kurs der Welt ersetzt die therapeutische Begleitung bei einem Burnout!
Sollten Sie selbst betroffen sein – und übrigens: um ein Burnout zu erleiden, braucht man nicht erwerbstätig zu sein, Kinder grosszuziehen unter schwierigen Bedingungen oder jemanden zu Hause zu pflegen reicht allemal aus -, oder kennen Sie jemanden, bei dem oder der Sie ein (beginnendes) Burnout vermuten, dann sprechen Sie es an! Ermutigen Sie sich oder die Person sich professionelle Hilfe zu holen. Hinsehen statt wegsehen kann viel Leid ersparen.